ML
29. September 2025
In vielen Unternehmen haben Sicherheit und Prozessstabilität höchste Priorität. Es ist jedoch ein Paradox, dass trotz dieses hohen Anspruchs eine grundlegende Schwachstelle oft übersehen wird: Das Sicherheitsrisiko unkontrollierter Adminrechte, oder geteilter Passwörter für lokale Administratorkonten. Man kennt das Bild: Ein einziges Passwort für alle Rechner, im gesamten Unternehmen bekannt.
Diese Praxis öffnet Angreifern Tür und Tor. Einmal im Besitz dieses Passworts, können sie sich lateral im Netzwerk bewegen und von einem kompromittierten Rechner zum nächsten springen. Dies ist nicht nur ein technisches, sondern auch ein Compliance-Problem. Unkontrollierte Zugriffe widersprechen den Grundsätzen der DSGVO, die Nachvollziehbarkeit und Rechenschaftspflicht fordert.
Das Prinzip der minimalen Berechtigung (Principle of Least Privilege, PoLP) ist ein etablierter Sicherheitsstandard, der genau hier ansetzt. Um dieses Prinzip im Unternehmensalltag konsequent umzusetzen und die Kontrolle zurückzugewinnen, sind LAPS und Break-Glass-Konten die Werkzeuge, um lokale Administratorrechte verwalten zu können, ohne die betriebliche Effizienz zu opfern.
Die beiden größten Schwachstellen von Passwörtern sind ihre Wiederverwendung und sie statisch zu halten. Microsoft LAPS (Local Administrator Password Solution) löst genau diese Probleme, indem es die Passwortrotation automatisieren und zentralisiert und jedem lokalen Admin auf jedem Gerät ein einzigartiges, zufällig generiertes Passwort zuweist.
Im klassischen Szenario integriert sich LAPS tief in das Active Directory (AD). Die Lösung generiert für jeden verwalteten Windows-Client ein starkes, einmaliges Passwort für das lokale Administratorkonto. Dieses Passwort wird sicher als Attribut des jeweiligen Computerobjekts im AD gespeichert. Der Zugriff auf dieses Passwort wird streng über Berechtigungsgruppen geregelt. So kann beispielsweise nur ein bestimmter Kreis von Helpdesk-Mitarbeitern das Passwort für einen Client abrufen, den sie gerade supporten müssen. Nach der Verwendung wird das Passwort automatisch wieder geändert, was die Angriffsfläche drastisch reduziert.
In den heterogenen IT-Landschaften, wie sie heute üblich sind, reicht eine reine Windows-Lösung oft nicht aus. Auch stellt sich die Frage was wenn ich die Daten nicht in meinem Active Directory halten möchte? Die gute Nachricht ist, dass sich das Prinzip von LAPS auch mit Intune umsetzen lässt. Die noch bessere Nachricht ist, dass LAPS auf Intune sogar Windows und macOS unterstützt. So kann eine einheitliche Strategie für beide Betriebssysteme realisiert werden. Dadurch wird die Wiederverwendung von Passwörtern vollständig eliminiert und ein kompromittierter Client wird nicht automatisch zum kompletten disaster. Dies ist ein entscheidender Baustein für eine robuste IT Sicherheit. Die Verwaltung über Intune ist dabei nur ein Teilaspekt, denn für eine nahtlose Implementierung unterstützen unsere Management Services Unternehmen umfassend.
Stellen Sie sich vor, Ihr Identitätsanbieter wie Microsoft Entra ID ist nicht erreichbar oder eine kritische Fehlkonfiguration sperrt alle Standard-Admins aus. In solchen Momenten ermöglicht ein Break-Glass-Konto den Zugriff, um das System wiederherzustellen. Bei Break-Glass-Accounts handelt es sich i.d.R. um hochprivilegierte, isolierte Notfallzugänge, die bewusst außerhalb der regulären administrativen Prozesse. Sie sind die letzte Verteidigungslinie, wenn nichts mehr geht.
Weil Break-Glass-Accounts oft nicht so massiv abgesichert sind wie andere Accounts im Unternehmen erfordert die Einrichtung und Absicherung prozessuale Strenge. Beim einrichten eines Break-Glass-Accounts sind folgende Schritte entscheidend:

Es ist wichtig zu verstehen, dass LAPS und Break-Glass-Konten keine konkurrierenden, sondern komplementäre Werkzeuge sind. Sie bilden zusammen eine mehrschichtige Verteidigung. LAPS schützt vor dem häufigen und alltäglichen Risiko des Missbrauchs lokaler Adminrechte, während Break-Glass-Konten vor dem seltenen, aber potenziell katastrophalen Risiko eines Totalausfalls der administrativen Infrastruktur schützen.
Die Analogie ist einfach: LAPS ist die Alarmanlage, die täglich Einbrüche verhindert. Das Break-Glass-Konto ist der Notfallschlüssel in einem versiegelten Kasten, der nur bei einem Brand zum Einsatz kommt. Der Erfolg dieser Doppelstrategie hängt von klar definierten internen Richtlinien ab. Es muss unmissverständlich geregelt sein, wann ein IT-Mitarbeiter ein LAPS-Passwort anfordern darf und unter welchen Umständen der Eskalationsprozess für ein Break-Glass-Konto eingeleitet wird. Diese kombinierte Strategie ist gerade für den deutschen Mittelstand ideal, um eine hohe Sicherheitsreife nachzuweisen und regulatorische Anforderungen zu erfüllen. Die Implementierung ist Teil eines umfassenden Sicherheitskonzepts, wie es unsere IT-Lösungen für Unternehmen bieten.
| Kriterium | LAPS (Local Administrator Password Solution) | Break-Glass-Konto |
|---|---|---|
| Anwendungsfall | Täglicher, kontrollierter Zugriff für administrative Routineaufgaben | Absolute Notfallszenarien (z.B. Systemausfall, Aussperrung) |
| Zugriffsfrequenz | Regelmäßig, bei Bedarf | Extrem selten, nur im Krisenfall |
| Management | Automatisiert, zentral über AD/Intune verwaltet | Manuell, prozessgesteuert mit physischer Sicherung |
| Sicherheitsfokus | Verhinderung von lateraler Bewegung und Passwort-Wiederverwendung | Sicherstellung der Handlungsfähigkeit bei Totalausfall |
Die Einführung von LAPS und Break-Glass-Konten ist kein Hexenwerk, erfordert aber eine sorgfältige Planung. Für die Implementierung von Windows LAPS folgen Sie am besten dieser Checkliste:
Für macOS wird ein LAPS-ähnliches System etabliert, indem man Microsoft Intune Adminrechte nutzt, um über Skripte oder Konfigurationsprofile eine vergleichbare Passwortrotation zu erzwingen. Ein Fachartikel von Petri.com beschreibt beispielsweise, wie die neuesten Updates in Intune die plattformübergreifende Verwaltung erleichtern.
Für den laufenden Betrieb sind folgende Best Practices unerlässlich:
Auch bei einem automatisierten System wie LAPS muss jeder Zugriff auf ein Admin-Passwort nachvollziehbar und an eine Person sowie eine konkrete Aufgabe gebunden sein. Die sichere Konnektivität und Verwaltung dieser Endpunkte ist ein Kernaspekt, bei dem unsere Expertise im Bereich Netzwerkinfrastruktur entscheidende Vorteile bringt.
Die Einführung neuer Sicherheitsprozesse stößt gelegentlich auf Hürden. Eine typische technische Herausforderung ist die Integration in gewachsene, heterogene IT-Umgebungen, die oft aus On-Premise- und Cloud-Komponenten bestehen – ein bekanntes Szenario in etablierten deutschen Unternehmen. Hier gilt es, eine einheitliche Strategie zu entwickeln, die alle Systeme abdeckt.
Fazit: Mindestens ebenso wichtig ist der „menschliche Faktor“. Haben Ihre IT-Mitarbeiter verstanden, warum die alten, bequemen Wege nicht mehr sicher sind? Klare Kommunikation und praxisnahe Schulungen sind unerlässlich, damit die neuen, sicheren Workflows angenommen und keine unsicheren Umgehungslösungen gesucht werden. Die Werkzeuge sind mächtig, doch ihr Erfolg hängt von der richtigen Prozessgestaltung und Expertise ab. Wenn Sie Unterstützung bei der Modernisierung Ihrer IT-Infrastruktur benötigen, steht Ihnen die Cloudflake GmbH als erfahrener Partner zur Seite.